Die Bulldogge („Bulldog”) ist in Deutschland unter dem Namen „englische Bulldogge” bekannt geworden. Auch die Bulldogge hat sich, wie die meisten anderen Hunderassen auch, im Laufe der Jahrhunderte von ihrem einstigen Erscheinungsbild gelöst und verkörpert nun einen völlig anderen Hund. Der sich vom damaligen Temperament grundlegend unterscheidet. Ihr ursprüngliches Erscheinungsbild hat die Bulldogge jedoch im Laufe der Zeit zum Großteil beibehalten. Die Bulldogge als heutiger Familienhund hat aber nichts mit der damaligen Kampfmaschine gemeinsam.
Ihren Ursprung hat die Hunderasse der Bulldogge im 6. Jahrhundert v. Chr. Sie entstand aus einer Kreuzung zwischen britischen doggenähnlichen Hunden und den Hunden der Molosser.
Die Bulldogge als Kampfmaschine
In ihrem Ursprungsland Großbritannien wurde die Bulldogge seit dem 16. Jahrhundert zum Bullenbeißen (”Bull Baiting”) eingesetzt. Dieser „Sport” fand meist in Boxarenen statt. Neben dem Unterhaltungsfaktor diente dieser „Wettkampf” vor allem als großes Wettereignis.

Hierbei wurde ein Bulle, dem die Hörner abgestumpft waren, angepflockt. Dies sollte dem Hund einen gewissen Vorteil verschaffen. Ziel dieses Tierkampfes war es, dass der Hund den Bullen niederrang. Oftmals wurden auch mehrere Bulldoggen auf einen einzigen Bullen losgelassen. Der Tod mehrerer dieser wunderschönen Hunde wurde dabei ohne Bedenken in Kauf genommen.
Da die Nase die wohl empfindlichste Stelle eines Bullen ist, wurden die Hunde darauf abgerichtet, sich gezielt in die Nase des Bullen zu verbeißen. Die Anatomie der Bulldogge (Unterbiss und kurze Schnauze) ermöglichte ihr es, weiterhin atmen zu können, während sie sich im Bullen verbiss.
Die Hunderasse der englischen Bulldogge ist aus der Zucht für diese Ereignisse entstanden. Ihren Namen “Bulldog” verdankt diese Hunderasse somit ihrem Ursprungszwecks, dem Bullenbeißen. Diese beliebte Form des Tierkampfes wurde schließlich im Jahr 1835 endgültig verboten. In der darauffolgenden Zucht zum Familienhund verlor die Bulldogge ihre Kampflust und Aggressivität. Der Wechsel vom Kampfhund hin zum treuen und liebevollen Familienhund war schnell vollzogen. (Charkter der Bulldogge)
Von nun an gehörten Wettkämpfe in Form von Ausstellungen zum Alltag der Bulldogge. Jedoch waren die ersten Züchtungen, verglichen mit Heutigen, nur von niedriger Qualität. Der Kampfkoloss steckte einfach noch zu sehr in der Bulldogge. Sichtbare Unterschiede waren die fehlenden Hautfalten im Gesicht und auf dem Kopf, zu lange Schnauzen und ein kleiner Schädel. Die ersten Exemplare besaßen einen eher schlechten Gesundheitszustand und nicht selten sogar mit Missbildungen versähen.
Der Wandel zum Familienhund
Im Jahr 1864 wurde Der erste Club für Rassehunde - “The Bulldog Club” gegründet, welcher erstmals eine Standard festlegte. Von nun an sollte ein Hunde für die Familie gezüchtet werden und keine Kampfmaschine, wie es bisher der Fall war. Durch diese verantwortungsbewussten Züchter gelang es die anfänglichen „Fehler” zu beheben. Bereits 1859 wurde die erste Ausstellung für englische Bulldoggen ausgetragen.
Die bereits 1864 verfasste Standardbeschreibung für die englische Bulldogge ging jedoch erst 1879 in Druck und wurde somit erst 15 Jahre nach ihrer Aufsetzung veröffentlicht. Die anfänglichen Züchtungen wiesen noch oft Spreizpfoten und gebogene Beine auf. Die Richter damaliger Ausstellungen ermöglichten durch ihre ungenügende Bewertung keine körperliche Besserung der Bulldogge. Den zahlreichen englischen und amerikanischen Züchtern gilt der Dank für die Entwicklung der englischen Bulldogge wie wir sie heute kennen und lieben.
Zwei Hunde verkörperten im 19. Jahrhundert den Standard der englischen Bulldogge: Rosa und Crib. Sie zeichnete ein tiefer Schwanz und eine tiefe Brust sowie ein muskulöser Körperbau und Rücken aus.