Der Autohersteller Sachsenring
Ostdeutschland hatte nach dem Zweiten Weltkrieg als «Erbstücke» nicht nur BMW- und DKW-Werke übernommen, sondern u. a. auch die Produktionsanlagen der deutschen Prestigemarke Horch. Sie hießen fortan VEB (= volkseigener Betrieb) Kraftfahrzeugwerke Horch, Zwickau. 1957 wurde der Name Horch fallen gelassen und die Bezeichnung VEB Sachsenring eingeführt. Damit trug man der Tatsache Rechnung, dass hier außer Nutzfahrzeugen seit 1956 erstmals wieder Personenwagen gehobener Klasse gebaut wurden.Man wollte damit ein Gegengewicht zur dominierenden Funktionärsmarke des Ostblockes, Tatra, schaffen. Während die tschechoslowakischen Tatra-Werke nach wie vor Limousinen mit Stromlinienheck und luftgekühltem Heckmotor herstellten, setzte man beim Sachsenring P 240 - ein Prototyp war (noch unter der Bezeichnung Horch) schon 1954 entstanden - auf übliche Bauweise: Frontmotor und Stufenheck. Die in Pontonform mit angedeuteten hinteren Kotflügeln gehaltene Karosserie hatte sechs Seitenfenster und eine Panorama-Heckscheibe. Der 6-Zylinder-Motor von 2,4 Liter Inhalt kam auf 80 PS Leistung. Das Chassis war als Kastenprofilkonstruktion ausgelegt. Die vordere Einzelradaufhängung bestand aus Trapez-Dreieckquerlenkern und Längstorsionsstäben; die starre Hinterachse wurde mit Dreiecklenkern und ebenfalls längs eingebauten Federstäben geführt. In den ersten Serien hatte der Sachsenring P 240 feine senkrechte Gitterstäbe im zweigeteilten Kühlergrill; per 1958 wurden sie durch Horizontalstäbe abgelöst. Insgesamt wurden bis Ende 1959 knapp 1400 Einheiten hergestellt.
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