Darstellung alternativer Antriebskonzepte
Die Benzin- und Dieselpreise steigen und steigen; zusätzlich haben sich alle „herkömmlichen” Verbrennungsstoffe hinsichtlich ihres Preises auch noch auf hohem Niveau angeglichen. Welche Alternativen bieten sich für den gebeutelten Autofahrer an, der auf sein Fahrzeug angewiesen ist (heute und zukünftig)? Wie kann er bei den Kosten sparen?
Grundsätzlich beginnt das Sparen bei der Auswahl eines Fahrzeugs, das bereits einen geringen Normverbrauch (und damit auch einen geringen CO2-Ausstoß) hat. Allerdings ist der Trend seitens der Autoindustrie zu immer größeren Fahrzeugen mit immer mehr Leistung immer noch nicht gebrochen. Warum muss fast jedes Nachfolgemodell eines Autoherstellers größer sein, mehr Leistung haben und noch mehr elektrisch betriebene Komfort-Systeme haben?
Die Industrie weist zwar zu Recht darauf hin, dass der Verbrauch dabei relativ zur erhöhten Leistung gesunken ist, aber welche Verbrauchsvorteile wären wohl möglich, wenn beim Modellwechsel die Leistung konstant bliebe und einiges wieder oder weiter von Hand zu betätigen wäre? Aber welche Möglichkeiten bleiben dem heutigen Fahrzeughalter? Bei Benzinern erscheint momentan die Umrüstung auf Gasbetrieb die ausgereifteste und wirtschaftlichste Möglichkeit des Sparens zu sein. Sei es nun die Umrüstung auf Autogas oder auf Erdgas; wobei die Unterschiede in der Reichweite, der Größe der Tanks und in der Größe des Tankstellennetzes liegen. In beiden Bereichen ist die technische Seite ausgereift und seitens der Industrie werden sowohl im Neuwagenbereich als auch im Nachrüstsektor geeignete Systeme zu wirtschaftlichen Preisen angeboten (zum Teil auch durch Förderungen seitens der Energieversorger). Und auch auf der Steuerseite sollte es zumindest bis 2018 keine Erhöhung geben.
Eine weitere kostengünstige Alternative für den Fahrer von Benzinern liegt in der Umrüstung auf Ethanol (E 85); fast jeder Benziner lässt sich relativ kostengünstig umrüsten. Auch diese Technik ist ausgereift, wie man am Beispiel Brasiliens seit Jahren feststellen kann. Problem ist auch hier die noch nicht flächendeckende Tankstelleninfrastruktur. Bei den Fahrzeugen mit Dieselmotor sieht es freilich nicht ganz so rosig aus; es gibt zwar alternative Kraftstoffe wie Biodiesel oder sog. Sun-Diesel, aber die meisten Fahrzeughersteller haben aus Angst vor Schäden der komplexen Dieseltechnik ihre Modelle für diese Treibstoffe nicht freigegeben. Und auch der geneigte Autofahrer scheut das Risiko eines Schadens, ließe doch z.B. nur eine einzige Reparatur am hochbelasteten Einspritzsystem heutiger moderner Diesel den Einspareffekt dieser Treibstoffe dahinschmelzen.
In der Stadt und im Kurzstreckensektor bieten sich Elektrofahrzeuge als Alternative an. Problem hier ist die noch sehr dürftige Auswahl an Fahrzeugen und die noch relativ geringe Leistung und Reichweite solcher Modelle. Hier ist die Industrie gefordert, wirtschaftliche und leistungsfähige Batterien bereitzustellen. Als weitere Alternativantriebe sind die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik oder auch luftdruckbetriebene Fahrzeuge zu nennen, die aber allesamt noch nicht marktfähig sind. Wichtig ist meines Erachtens aber zukünftig möglichst breit gefächerte Antriebskonzepte zu nutzen (hier ist die Politik gefordert), um die heutigen Abhängigkeiten zu minimieren.
Christoph Pruellage
(Betreiber einer Seite für Werkzeug: Hochdruckreiniger, Schweißgeräte, Tischkreissägen, usw.)