Neurofeedback Therapie und Migräne
Jedem körperlichen und/oder geistigen Zustand eines Menschen entspricht ein bestimmtes Hirnwellenmuster; führt man sich das einmal vor Augen, erkennt man die Chance, die Neurofeedback Therapie bietet. Bestenfalls ermöglicht sie es beispielsweise einem Patienten mit Migräne, die Migräneanfälle mit Hilfe von Neurofeedback deutlich zu verringern oder gar komplett zu stoppen. Schauen wir uns einmal an, was sich hinter dem Begriff Neurofeedback Therapie verbirgt.
Wie kann Neurofeedback bei Migräne helfen?
Bei der Neurofeedback Therapie werden die Hirnströme eines Patienten gemessen und an einen Computer übertragen. Die Hirnwellenmuster können beim Neurofeedback am Bildschirm sichtbar gemacht und damit für den Patienten visualisiert werden. Für ihn laufen am Bildschirm darüber hinaus beispielsweise Animationen ab, solange die Hirnwellenmuster einem erwünschten positiven Zustand entsprechen. Sollte das dargestellte Hirnwellenmuster einem solchen Zustand nicht entsprechen, wird die Animation bei der Neurofeedback Therapie gestoppt. Für den Patienten wird damit ein Zustand visualisiert, den es zu verändern gilt und der Patient lernt bei der Neurofeedback Therapie tatsächlich, diesen Zustand zu verändern. Um zum konkreten Beispiel des Migräne-Patienten zurückzukehren: Dem Zustand der Schmerzfreiheit (Zustand EINS) lässt sich also beim Neurofeedback ebenso ein charakteristisches Hirnwellenmuster zuordnen wie dem mit Kopfschmerz verbundenen Zustand (Zustand ZWEI). Die Animation würde beim Neurofeedback in diesem Fall also laufen, solange der Patient sich in Zustand EINS befindet und gestoppt, wenn er in den Zustand ZWEI wechselt. Der Patient lernt nun durch dieses Feedback, das er bei der Neurofeedback Therapie bekommt, den erwünschten Zustand EINS lang und immer länger zu halten. Neurofeedback-Verfahren gehören daher in die Gruppe der Verhaltenstherapien.
Weitere Einsatz-Möglichkeiten der Neurofeedback Therapie
Im besten Fall kann die Neurofeedback Therapie bei Migränekranken ein komplettes und nachhaltiges Ende der Schmerzen bedeuten, bei dem zusätzliche Medikamente nicht notwendig sind. Die Wirksamkeit von Neurofeedback wurde in diversen wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. Neurofeedback Therapie kann nicht alleine bei Migräne helfen, sondern beispielsweise auch bei Angststörungen und Depressionen, bei Tinnitus und Epilepsie, bei Autismus und AD(H)S. Eine Neurofeedback Therapie wird von ausgebildeten Therapeuten durchgeführt; passende Ausbildungsgänge werden beispielsweise von der Akademie für Neurofeedback in Gronau angeboten.