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09.03.2008

Wallensteins Aufstieg zum Fürsten

Abgelegt unter: Kunst & Kultur — der Chef @ 10:01

Wallenstein ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten des ausgehenden Mittelalters. Unzählige Sprichwörter und Zitate ranken sich um seine Person.

Spätestens im Jahr 1623, durch seine zweite Hochzeit mit der Tochter eines engen Vertrauten des Kaisers, öffnen sich für Wallenstein alle Türen am Hof vom damaligen Kaiser Ferdinand. Im gleichen Jahr noch wurde Wallenstein von Ferdinand in den Reichsfürstenstand erhoben; sein Wahlspruch war “Invita Invidia”, “Dem Neid zum Trotz”. Neider hatte Wallenstein spätestens ab diesem Zeitpunkt mehr als genug, allen voran seine ehemaligen Standesgenossen, die auch gerne Fürsten gewesen wären, und die alten Fürsten des Reiches, die Wallenstein nicht als gleichrangig akzeptieren wollten.

Als der Kaiser kurze Zeit später wieder einmal in Geldnöten steckte, bot sich Wallenstein erneut an, ein großes Heer für den Kaiser aufzustellen - und wurde darauf hin sogleich zum Führer und Haupt aller kaiserlichen Truppen ernannt. Weiterhin erhielt er von Ferdinand einen Freibrief zur eigenständigen Kriegsführung unabhängig von den Fürsten des Reiches. Es verstand sich von selbst, dass eben diese darüber nicht erfreut waren. Mit seiner neuen Armee besiegte Wallenstein im Jahr 1626 die Dänen in der Schlacht bei Dessau, was später als sein erster wirklich bedeutender militärischer Erfolg gewürdigt wurde.

Immer mehr musste Wallenstein unterdessen aus eigener Tasche zahlen, der kaiserliche Hof in Wien schickte ihm nicht genügend Geld für Sold und Munition, Essenslieferungen blieben aus und Wallenstein begann, sich über den Kaiser zu ärgern und war kurz davor, sein Kommando niederzulegen. Nur ausführliche Verhandlungen und Zugeständnisse des Hofes konnten ihn vom Gegenteil überzeugen.

Nach diesen Verhandlungen ging alles Schlag auf Schlag: Innerhalb von zwei Monaten befreite der Feldherr Schlesien von der dänischen Besatzung, nach sechs weiteren Wochen hatte er bereits alle dänischen Truppen auf dem Festland vernichtet. Wien jubelte. Ferdinand bot Wallenstein sogar den dänischen Thron an, aber dieser lehnte ab. Dafür erhielt er das Herzogtum Mecklenburg. Die Reichsfürsten brannten vor Neid und Wut. Im Jahr 1630 zwangen sie den Kaiser zur Entlassung Wallensteins, auch wenn das nichts mehr daran ändern konnte, dass Wallenstein als größter deutscher Feldherr in die Geschichtsbücher einging.

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