Piercings haben Geschichte!
Viele Menschen sind der Meinung, dass Piercings erst Ende des zwanzigsten Jahrhunderts aktuell wurden. Dem ist allerdings überhaupt nicht so. Sie wurden wieder entdeckt, aber keinesfalls neu entdeckt. Sicher, es gibt einige, die erst in den 1990er Jahren üblich wurden, aber das Piercen an sich hat eine lange Tradition. Schon seit Jahrtausenden wird das Durchstechen von Ohren, Lippen und anderen Körperstellen in zahlreichen Kulturen praktiziert. Die ältesten Funde, die der Wissenschaft bekannt sind, bezeugen das Tragen von Piercings schon vor 7000 Jahren. Die ersten Ohrlöcher schreibt die heutige Wissenschaft den Ägyptern zu, da die Totenmaske von Tutanchamun gestochene und gedehnte Ohrlöcher hat.
Das in Äthiopien ansässige Volk der Mursi ist bekannt für seine extremen Piercings. Es gilt als weibliches Schönheitsideal, sich Lippen und Ohrläppchen so weit wie möglich zu dehnen. Hier tragen die Frauen so genannte Lippenteller, die für das westliche Auge alles andere als ansprechend wirken. Bei den Mursi hingegen gilt der Frau mit dem größten Lippenteller das höchste Ansehen. Ein sehr bekannter Piercingschmuck aus Indien ist die Kette, die am durchstochenen Ohrläppchen und am durchstochenen Nasenflügel eingehängt wird. In früheren Zeiten und Kulturen hatten Piercings die Funktion, die gesellschaftliche Stellung oder auch die Reife einer Person auszudrücken. Wenn man genau überlegt, ist das auch heutzutage in den meisten Fällen noch sehr ähnlich. Auch heute gelten sie nicht nur reinen Modezwecken. Viele Menschen symbolisieren mit ihnen die Zugehörigkeit zu einer Gruppe mit bestimmten Neigungen oder Idealen.
Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Piercings. Sie werden in allen Farben, Materialien, Größen und Formen angeboten. Wer es lieber schlicht mag, der entscheidet sich meistens für Segmentringe. Dabei handelt es sich um einfache Metallringe, die keine sonst übliche Kugel als Verschluss haben, sondern innerlich verschließbar sind. Sie sehen also aus, als hätten sie überhaupt keinen Verschluss. Segmentringe kann man als Ohren-, Bauchnabel-, Brust- oder auch Intimpiercing verwenden. Hier sind der Phantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt.