Kirschkernkissen
Kirschkernkissen gelten heute nicht mehr als Geheimrezept, sondern sind ein Alltagsgegenstand. Kaum noch ein Haushalt in dem es kein Kirschkernkissen gibt. Viele glauben aber immer noch, dass es sich um ein altes Schweizer Hausmittel handelt. Angeblich sollen Arbeiterinnen einer Kirschlikör-Fabrik in der Schweiz die Kirschkerne gesammelt haben, diese dann in kleine Säckchen eingenäht und auf die Kochbottiche des Likörs zum Aufwärmen gelegt haben. Mit diesen Wärmekissen haben sie dann ihre Verspannungen nach getaner Arbeit behandelt. Schöne Geschichte - wahrscheinlich auch etwas wahres dran - aber die Kirschkernkissen waren schon im Frühmittelalter bekannt. So fanden Archäologen bei Ausgrabungen in Münster in einer frühmittelalterlichen Abfallgrube die Überreste eines solchen Kissens. Somit kannte man schon viel früher die Vorzüge als Wärmekissen.
Damals wurden die Kirschkernkissen an Kachelöfen oder aber auch an einem Herdfeuer erwärmt. Heute geht es viel praktischer - in der Mikrowelle oder im Backofen. Die wohltuende Wirkung des Kirschkernkissens ist seit jeher aber unverändert. Die Kerne geben ihre Wärme langsam und gezielt an die schmerzenden Körperstellen ab. Noch etwas unbekannt ist aber die Anwendung des als Kühlkissen. Einfach das Kirschkernkissen in einen Plastikbeutel packen und in die Gefriertruhe oder das Gefrierfach des Kühlschrankes gepackt. So hat man bei Bedarf ein universell anwendbares Kühlkissen bei der Hand. Das Geheimnis für den Wärme- bzw. Kühleffekt des Kissens liegt in der Eigenschaft der Kirschkerne Wärme und natürlich auch Kälte schnell aufzunehmen, diese lang zu speichern und somit auch wieder langsam abzugeben.